Die Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus und wurde inzwischen auch in Norddeutschland nachgewiesen. Seit 2025 gibt es erste Funde in Schleswig-Holstein, unter anderem in Wahlstedt, Großenaspe, Travenbrück und Lägerdorf. Weitere Nachweise sind wahrscheinlich, da sich die Art weiterhin ausbreitet.

  

Auch für unsere Region ist es daher wichtig, diese Art zu kennen, richtig zu erkennen und Sichtungen zu melden.

 

Herkunft und Ausbreitung

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien. Sie wurde vermutlich durch Warenimporte nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich seitdem in Europa aus. In Deutschland erfolgt die Ausbreitung derzeit vor allem von Westen nach Osten und von Süden nach Norden. In vielen westlichen Bundesländern ist sie bereits etabliert, während der Nordosten bisher weniger betroffen ist. Mit weiteren Funden muss jedoch gerechnet werden.

 

Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?

Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich deutlich von der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro).

Typische Merkmale der Asiatischen Hornisse:

  • überwiegend dunkle, fast schwarze Körperfarbe
  • schwarze Beine mit gelben Fußspitzen
  • dunkler Hinterleib mit gelber Binde
  • orangefarbene Vorderseite des Kopfes
  • Arbeiterinnen etwa 1,5–2,4 cm, Königinnen bis 3 cm groß

Zum Vergleich: Die heimische Europäische Hornisse ist insgesamt gelb-braun gefärbt und hat deutlich rötlich-braune Beine. 

Vergleich Europäische Hornisse (links) und Asiatische Hornisse (rechts) – Grafik: NABU Berlin
Vergleich Europäische Hornisse (links) und Asiatische Hornisse (rechts) – Grafik: NABU Berlin

Nester und Lebensweise

Die Asiatische Hornisse baut zwei verschiedene Nesttypen im Jahresverlauf:

 

Frühjahr – Primärnest

  • kleines Nest in Bodennähe
  • häufig in Schuppen, Hecken oder Gebäuden

Sommer – Sekundärnest

  • großes Nest hoch in Bäumen
  • meist 7 bis 30 Meter Höhe
  • oft erst sichtbar, wenn die Bäume im Herbst ihr Laub verlieren

Die Nester können 60–100 cm groß werden und haben meist einen seitlichen Eingang – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu vielen Wespenarten. 

 

Lebenszyklus

Der Jahreszyklus ähnelt dem anderer staatenbildender Wespen: 

  • Winter: Das Volk stirbt, nur junge, begattete Königinnen überleben und überwintern
  • Frühjahr: Die Königin gründet ein neues Nest
  • Sommer: Das Volk wächst stark und zieht oft in ein größeres Nest um
  • Herbst: Produktion von Jungköniginnen und Drohnen

Warum ist die Art problematisch?

Die Asiatische Hornisse gilt in Europa als invasive Art. Besonders betroffen sind:

  • Honigbienen, die häufig von den Hornissen gejagt werden
  • andere Insektenarten, die als Nahrung dienen 

Dadurch kann die Art lokale Ökosysteme beeinflussen und Imkereien belasten.

 

Bitte keine eigenen Bekämpfungsversuche

Wenn Sie ein Tier oder ein Nest entdecken:

  • Nester nicht selbst entfernen
  • keine Fallen aufstellen (sie fangen auch viele andere Insekten)
  • Sichtung möglichst mit Foto melden 

Das Töten einzelner Tiere ist nicht sinnvoll und kann bei Verwechslung mit der geschützten Europäischen Hornisse sogar gegen das Naturschutzrecht verstoßen. 

 

Sichtungen online melden

 

NABU-Meldeportal: https://www.NABU.de/Vespavelutina

Monitoring-Portal Norddeutschland (AHlert-Nord): https://www.ahlert-nord.de

 

Bitte möglichst Fotos und Fundort angeben.

 

Weitere Informationen

Mehr über Hornissen allgemein und den Umgang mit ihnen finden Sie hier: https://www.NABU.de/Hornissen